Eurostabilität und Staatsverschuldung | Alternative Europa Plattform

Eurostabilität und Staatsverschuldung

6. Juni 2010
By AJG

Photo ©AEP-D 2010

Die Begriffe Eurostabilität und Staatsverschuldung hängen eng miteinander zusammen, im Falle des Euros haben wir es aber mit einem weitaus komplexeren Gefüge zu tun.

Der Wert einer Währung lässt sich kaum genau berechnen, dieser wird aber tagtäglich als Handelsware an den Börsenplätzen der Welt tagtäglich neu “gefixt” wie man so schön sagt. Hierbei ist die Kursentwicklung der Währungen vor allem ein relatives Gebilde. Je nachdem ob der Käufer oder Verkäufer einer Währung bereit ist mehr oder weniger zu Zahlen oder mit einer anderen Währung zu tauschen, verändert sich der Kurs einer Währung.

Die Masse einer Währung, bzw. die Größe eines Währungsraumes entscheidet hierbei über die Trägheit oder Kurswechselschwankung einer Währung.

Die wahren Ausgaben des Bundeshaushaltes 2010. Durch die planlosen Rettungsaktionen der Bundesregierung entstehen dem Bürger schätzungsweise Milliardenbeträge an Schäden, zu Gunsten einer Minderheit. Die Kosten der Rettungsaktionen sind absichtlich in dasselbe Diagramm des Bundeshaushaltes ein getragen, obgleich es sich zunächst nur um Kreditgarantien des deutschen Steuerzahlers handelt, wie manche verharmlosend immer wieder erwähnen. Graphik ©AEP-D 2010

Besonders wichtig ist das Vertrauen in einer Währung. Schließlich sind alle Devisen eine Garantie für eine in der Zukunft liegende ab zu rufende Leistung die ich mit meiner Währung umzutauschen gedenke. Verändert sich dieser Wert oder ist zu erwarten dass der Wert einer Währung fällt, beginnen auf dem Devisenmarkt Umschichtungen zu greifen um zukünftige Verluste zu minimieren.

Dieses Prinzip gilt für den Kleinsparer ebenso wie für die großen und kleinen Geschäftsbanken und Unternehmen. Der Kleinsparer wird aber weniger Devisenhandel betreiben, da dieser eher dem lokalen Wirtschaftsraum verbunden ist indem er einkauft und handelt. Banken und Vermögende sehen das schon anders.

Im Prinzip wird die Geldmenge durch den Staat bzw. durch die Zentralbanken kontrolliert. Denn jedem leuchtet sofort ein dass wenn jemand anderes als der Staat Geld “drucken” bzw vermehren könnte, wir bald eine satte Inflation hätten und das Geld seinen Wert verlieren würde. Kurzum man könnte bald nichts mehr für sein sauer Erspartes Vermögen erhalten.

Leider wird dieses Prinzip durch die Geschäftsbanken durch das Schaffen von Giralgeld unterlaufen. Banken verleihen Geld ohne dieses letztendlich zu besitzen. Das ist das Prinzip und Geschäftsmodell einer jeden Bank. Die Bank lebt geradezu davon das sie an nimmt dass Ihre Gläubigerkunden nicht alle gleichzeitig kämen um das Geld abholen zu wollen. Einer Bank der dieses passiert müsse Konkurs gehen.

Vor diesem Hintergrund müsse man das Verbot der Leerverkäufe sehen was richtigerweise von unserer Bundesregierung einseitig ausgesprochen wurde. Denke man diesen Ansatz konsequent zu ende müssen man auch das Kreditwesen verbieten. Diese Logik wäre sicherlich revolutionär, letztendlich aber logisch korrekt.

Welche Konsequenz hat dies auf die Staatsverschuldung?

Diese Frage ist besonders interessant. Einerseits haben wir gesehen dass der Wert der Währung nur dann stabil gehalten werden kann, wenn der Staat allein die Hoheit des Gelddruckens besitzt, andererseit sehen wir dass dies nicht der Fall ist, weil Geschäftsbanken dies längst ausgehebelt haben.

Gleichzeitig schaffen es Geschäftsbanken unsere Politik zu kollektiven Hilfe zu erpressen, wenn der Fall eintreten würde dass alle Gläubigerkunden einer Bank ihre Einlagen auf einmal zurück fordern wolle. Die Rettungspaket für Banken, Griechenlandhilfe und Euro-Rettungspaket seien hier genannt.

Die einzige Möglichkeit den Euro trotz Flutung von Liquiditäten durch Zentralbanken und Geschäftsbanken stabil zu halten, ist der Entzug des Geldes vom Markt. Dies geschieht einerseits durch zaghafte Versuche der Zentralbank den Leitzins zu erhöhen, aber vor allem durch das “Horten” von Geld.  Das Geld ist seiner eigentlichen Bestimmung nämlich des Handels entzogen und befindet sich auf einzelnen Konten. Diese gigantischen Geldbeträge, auch “Vermögens-Singularitäten” genannt, müssen letztendlich weiter exponentiell anwachsen. Folge ist dass einzelne Personen im laufe der Zeit immer größere Anteile am Gesamtvermögen einer Volkswirtschaft besitzen, während diese dem Wirtschaftskreislauf entzogen sind. Die Vermögensungleichverteilung kann hierbei solche groteske Formen annehmen, so dass Demokratische Strukturen zerstört werden.

Auch der Staat gerät durch seine Zinsverpflichtungen immer mehr in die Defensive. Der Staat hat nicht mehr die Kontrolle über die Währung. Die Staatsverschuldung führt dazu dass wichtige soziale Aufgaben nicht mehr erfüllt werden können, weil er beispielsweise seine Bundesschuld begleiche muß. Dummerweise ist aber die Staatsverschuldung die einzige Möglichkeit Devisen zu bekommen, um Bildung, Gesundheit und Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen.

Die Schuldenuhr des deutschen Staates läuft mit ca. 4400Euro pro Sekunde. Die Gewinnuhr dagegen läuft mit 79000Euro pro Sekunde (BIP dividiert durch Sekunden pro Jahr).

Schuldenrate von 4439 Euro pro Sekunde ——– Gewinnrate 79000 Euro pro Sekunde

Für die Berechnung des BIP wurden die Daten des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2008 verwendet. (2491,4 Mrd. Euro, 2008), Dieser Wert wurde durch 31 536 000 Sekunden geteilt (das sind die Sekunden eines Jahres). Das Ergebnis ist die genannte Mehrwertschöpfungsrate der Gewinnuhr. Sicher ist das nur eine Grobe Abschätzung aber es soll ja auch nur grob aufzeigen in welcher Schieflage wir uns befinden.

Gelingt es dem Staat nicht die Einnahmen gerecht zu verteilen geht Deutschland und Europa einen Weg in die politische Instabilität.


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One Response to Eurostabilität und Staatsverschuldung

  1. Bernd on 7. Juni 2010 at 07:03

    1. Beweisführung “Schuldenrate von 4439 Euro pro Sekunde ——– Gewinnrate 79000 Euro pro Sekunde” wirklich beeindruckend. Richtig: nicht auf den letzten Cent genau zu sein.

    2. “Je nachdem ob der Käufer oder Verkäufer einer Währung bereit ist mehr oder weniger zu Zahlen oder mit einer anderen Währung zu tauschen, verändert sich der Kurs einer Währung.” Das ist sicherlich grundsätzlich richtig. Man sollte auch sagen, dass hier manipuliert wird, dass hier Währungsresevepolitik betrieben wird, dass handelsbilanzielle Erwägungen als Motiv einer Einflussnahme zum Tragen kommen.

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