Davos, Großbankenregulierung und Zentralbankenchefs | Alternative Europa Plattform

Davos, Großbankenregulierung und Zentralbankenchefs

1. Februar 2010
By AJG

versprechen eigene Anstrengungen um tiefgreifenden staatlichen Regulierungen zu entgehen.

In dem Schweizer Luftkurort in Davos trafen sich am Wochenende die Vertreter der politischen und privaten Wirtschaftsmächte der Welt um über Lösungen und weitere Schritte zur Stabilisierung der Finanz- und Geld- Systeme zu diskutieren.

Der Ort in der Schweiz wurde auch durch den Roman von Thomas Mann “Der Zauberberg” berühmt, und läßt an die Ballade von Goethe “Der Zauberlehrling” denken. Auch unser heutiges Bankensystem mit seiner geradezu grenzenlosen Möglichkeit Giralgeld zu schaffen passt besonders gut auf das Werk von Goethe.

Nachdem Barack Obama die Zerschlagung von Großbanken bzw. ein Gesetz zur Aufspaltung großer Banken angekündigt hat, setze sich die Erkenntnis bei vielen Bankenmanagern durch, dass eine weiterhin ungezügelte Geschäftstätigkeit von Großbanken, von fast allen politischen Kräften als Auslaufmodell gesehen wird.

Zwar warne immer wieder der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und andere Wirtschaftswissenschaftler vor zu starker Reglementierung, jedoch werden diejenigen die daran glauben immer weniger. Immer mehr Politiker gelangen zu der Einsicht dass die neoliberale Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre der größte Fehler in der Vergangenheit war und zur heutigen Krise geführt habe. Man brauche verstärkt  staatliche Regulierung und womöglich einen grundlegenden Systemwechsel in der Zins- und Zinseszins Politik. Nur Politische Kräfte können ohne Gefahr für Leib und Leben diese Thesen öffentlich vertreten, da auf Grund der Interessenlage Vermögens-Singularitäten sehr aggressiv reagieren können.

Allmählich scheinen Wahrheiten bis in die Politik vor zu dringen, deren Zusammenhänge oftmals komplex und schwierig zu verstehen seien. Sogar Wirtschaftswissenschaftler und Volkswirte haben Probleme die Krise zu verstehen geschweige denn zu erklären und längst habe sich das Geld und die Währungen von einem dem Menschen zu dienendem Tauschmittel zu einem Produkt bzw. einer Ware gewandelt.

Simple Fragen nach dem gesellschaftlichen ethischen Paradoxon, warum jemand ohne arbeiten zu müssen von seinen Zinsen leben könne, während man von Harz-IV Empfängern “niederwertige” Arbeit ab verlange, bleiben ungeklärt und führen zu öffentlichen Diskriminierungen wie sie seit 1933 nicht mehr zu hören waren  (Zur Information: Roland Koch wollte Harz-IV Empfänger zur Zwangsarbeit verpflichten, weil sie ihr Existenzminimum erhielten, Roland Koch möchte niederwertige Arbeit von Harz-IV-Empfängern ab verlangen ).

Zunächst einmal ist zu Begrüßen dass Politiker wie Barack Obama einen solchen Vorstoß voran treibt, begibt er sich unter Umständen in Lebensgefahr. Dies zeige jedoch dass die Politik zumindest die Übeltäter der Weltwirtschaftskrise identifiziert habe. Es ist aber unstrittig dass mit der Zerschlagung von Großbanken der “eingebaute Systemfehler” im Banken und Finanzsystem nicht gelöst sei. Die Banken werden durch den Zins- und Zinseszins Effekt weiterhin das Geld vermehren zu versuchen, ohne dafür selber arbeiten zu müssen. Dieser Systemfehler wird zu weiteren Geldanhäufungen führen, die einerseits zu einer Inflation führen wird, und andererseits diejenigen existenziell schädigt die große Geldsummen für ihre Altersversorgung angespart haben.

Hierunter fallen ebenso Staaten die riesige Devisenreserven in ihrem Staatstresoren als Sicherheit und möglicherweise spekulativ gebunkert halten. So scheibt der NEWSWEEK in seiner Ausagbe vom Februrary,1 2010 über die Dollarreserven von China:  ”China disclosed the other day that its foreign-exchange reserves had increased to about $2.4 trillion in 2009, a gain of $453 billion for the year.”

Im Deutschen steht die Trillion für Billionen. Das sind 2 400 000 000 000 Dollar, eine 2,4 mit 12 Nullen.  Dies sei nur ein Beispiel für die gigantischen Geldsummen, die wenn sie ins Rollen geraten eine Inflation und eine weitere globale Wirtschaftskrise auslösen könnten. Man kann davon aus gehen dass entsprechend dem exponentiellen Gesetz die Geldmenge sich in immer kürzeren Zeitabständen verdoppeln wird. Eigentlich ist die Katastrophe ohne grundlegende Änderung und Unterbrechung des Zins- und Zinseszins Wertschöpfungsmechanismus nicht zu vermeiden.

Sollte es noch Möglich sein diese Erkenntnis bis zu den politischen Entscheidungsträgern zu transportieren, bestehe ein Chance diese Spirale zu durchbrechen. Allerdings müssen dann völlig neue innovative Modelle eines “alternden” oder “rostenden” Geldwertes als Tauschmittel an den Platz der heutigen Währungen treten. Gelingt uns der Wechsel diesmal nicht, werden vermutlich weitere 50-70 Jahre nach einer Währungsreform zu selbigen Krisen und Instabilitäten führen.

Eine abfedernde soziale Währungsreform könne übrigens auch eine regressiv durchgeführte Währungsreform sein, bei der diejenigen Besitzer großer Vermögens-Singularitäten mehr Geld verlieren als diejenigen Besitzer geringer Geldvermögen.

Quelle:

taz.de,  Weltwirtschaftsforum in Davos, Regulierung nur in Maßen

Newsweek.com,  China’s $2.4 Trillion Stash

aep-d.de,  Großbankenprinzip, bald ein Auslaufmodell…


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2 Responses to Davos, Großbankenregulierung und Zentralbankenchefs

  1. agraefenstein on 10. Februar 2010 at 21:42

    Das glaube ich nicht, die Banken als personifizierte Träger einer Verantwortung gibt es nicht.

    Wir können nur was konstruktiv ändern wenn wenigstens die Mehrheit den Nutzen eines verstaatlichten Geld- und Finanzwesens erkennen würden. Dies scheint noch nicht der Fall zu sein, …

  2. Gundi on 6. Februar 2010 at 13:29

    Die Banken beginnen langsam nervös zu werden, alle Zeichen sprechen gegen Sie….

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