Ehrenkodex fĂŒr BetriebsrĂ€te?
Wie heute in der FAZ verlautete sind anscheinend PlĂ€ne in der Vorbereitung wonach die Tiegerentenkoalition âEin Regelwerk fĂŒr geschmierte BetriebsrĂ€teâ erarbeiten möchte. Unter der Bezeichnung âEhrenkodex fĂŒr BetriebsrĂ€teâ scheint die Politik den Zahn der Zeit getroffen zu haben. Die FAZ glaube jedoch die Wahren GrĂŒnde in Klaus Volkert und Wilhelm Schelsky aus zu machen können. Die beiden wurden im vergangenen Jahr zu Haftstrafen verurteilt. Volkert hatte sich als oberster Arbeitnehmervertreter von dem Autobauer Volkswagen systematisch schmieren lassen, um die Belegschaft auf Kurs zu halten. Schelsky kassierte vom Elektrokonzern Siemens Millionen, um die von ihm gegrĂŒndete âArbeitsgemeinschaft unabhĂ€ngiger Betriebsangehörigerâ (AUB) in einen zahnlosen Tiger und damit zu einer Scheingewerkschaft zu verwandeln.
Scheinbar erachte die FDP es fĂŒr wichtig angesichts fortschreitender Bestechung und Lobbyismus in unserer Gesellschaft (Zumwinkel, Kohl SpendenaffĂ€re, Siemen-Schmiergelder…………) die Verfehlungen eines kleinen Prozentsatzes der Arbeitnehmervertreter im Hinter-Nachkommabereich mit einem provozierenden Gesetzesentwurf ganz groĂ raus zu bringen.
Darunter falle auch die Forderung nach einer Offenlegungspflicht der BezĂŒge und erhaltenen Sonderzahlungen von BetriebsrĂ€ten unter dem Vorwand der allgemeinen ĂberprĂŒfbarkeit und Transparenz.
CDU Bundestagsabgeordneter Dr. Michael Fuchs begrĂŒndete den VorstoĂ der Koalition damit dass mit einem Ehrenkodex so manche Eskapade in MĂŒnchen und Wolfsburg hĂ€tte verhindert werden können.
Der FDP Antrag benutzte sogar eine weitaus diskriminierender Formulierung: âKoppelungs- und KungelgeschĂ€fte zwischen UnternehmensfĂŒhrung und Belegschaftsvertretung wĂŒrden so transparenterâ.
Die Tatsache das der Anteil von straffĂ€lligen BetriebsrĂ€ten in der GröĂenordnung von ca 0,00002% liege, derjenige von straffĂ€llig gewordenen Beamten in selbiger GröĂenordnung liege, derjenige von straffĂ€llig gewordenen und rechtskrĂ€ftig verurteilten Unternehmen bei ca. 0,0004% liege, derjenige von straffĂ€llig gewordenen Abgeordneten bei ca. 0.0016% liege (Helmut Kohl, Hans-Otto Scholl FDP,…… ), vermag den VorstoĂ der Tigerentenkoalition als pure Diskriminierung erscheinen. Damit lĂ€ge das Kriminelle Potential der Gruppe der Deutschen Abgeordneten um den Faktor 83,6 höher als das der Deutschen BetriebsrĂ€te.
Wenn auch Transparenz ohne Zweifel ein wichtiges Instrument zur StĂŒtzung der Demokraturie sein mag, so wundert es den BĂŒrger, warum ehrenamtliche Mandats trĂ€ger auf solch plumpe Art und Weise diskreditiert werden sollen.
Einer Offenlegung der BezĂŒge stimmen selbstverstĂ€ndlich ein GroĂteil der BĂŒrger und BetriebsrĂ€te zu wenn im Gegenzug sĂ€mtliche BezĂŒge aller BĂŒrger frei zugĂ€nglich ĂŒberprĂŒfbar wĂ€ren. Hierbei sind selbstverstĂ€ndlich auch Vermögenswerte Namentlich an zu geben. Jeder BĂŒrger könne somit zu jeder Zeit ĂŒberprĂŒfen was jemand verdiene und wie viel Steuern sein Nachbar zahle. Einen ersten VorstoĂ habe die EU gemacht die es jedem EU-BĂŒrger ermögliche im Internet nach zu schauen was die Firma nebenan an Fördergelder von der EU erhalte. In Russland wurde am 9 Juli 2004 Paul Klebnikov ein US-amerikanischer Journalist und Chefredakteur sowie Herausgeber der russischen Ausgabe des Forbes Magazine auf offener StraĂe erschossen. Klebnikov hatte versucht Transparenz her zu stellen indem er die Namen der reichsten Russen und Oligarchen veröffentlichte.
Angesichts der Fakten und Datenlage gehen Gewerkschaften davon aus das es sich bei dem genannten Vorhaben der FDP/CDU einzig und allein darum ginge, negative Stimmung gegen Gewerkschaften und BetriebsrĂ€te zu schĂŒren.
Viel effektiver wĂ€re gewesen wenn unsere Politik eine positive AtmosphĂ€re und bessere Rahmenbedingungen fĂŒr BetriebsrĂ€te und Unternehmen schaffen könnte, die notwendig ist eine gemeinsame Lösungen fĂŒr die BewĂ€ltigung der Finanzkrise zu schaffen. Leider sehen immer mehr BetriebsrĂ€te und BeschĂ€ftigte dass die Koalition einen anderen Weg einschlagen möchte.
Die BetriebsratstĂ€tigkeit sind gemÀà Betriebsverfassungsgesetz ehrenamtliche TĂ€tigkeiten. Der gewĂ€hlte Arbeitnehmervertreter darf durch sein Amt keine Vor- und Nachteile haben (§119 BetrVG). Wahr ist auch, dass BetriebsrĂ€te in der Regel (zu 99,99998%) sozial engagierte Kollegen und BĂŒrger sind, die ungeachtet der potenziell latenten Benachteiligung sich fĂŒr das Wohl ihrer Kollegen einsetzen.
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