Obama Shanghai Firewall und Tibet | Alternative Europa Plattform

Obama Shanghai Firewall und Tibet

17. November 2009
By AJG

Peinliche Stille durch Freiheit der Zensur.

China empfing Obama am 16.11. in Shanghai einer der größten Metropole Chinas in der im kommenden Jahr die Weltausstellung statt finden wird. Er traf dort im Museum für Wissenschaft und Technik auf etwa 500 Studenten die er nach einer Ansprache zum offenen Dialog einlud. Das wohl Hand verlesene Publikum hatte Schwierigkeiten der Spontanität zu folgen, da gleichfalls Regierungsvertreter und Parteifunktionäre dem Frage- und Antworten- Ritual folgten. Als eine junge Studentin von Obama seine Meinung über die Städtepartnerschaft zwischen Shanghai und Chicago wissen wollte, ergriff er die Gelegenheit und regte eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Umweltschutzes zwischen China und den USA an. Im Verlaufe seiner Ausführungen kündigte er an dass die Zahl der chinesischen Auslandsstudenten die alljährlich zugelassen werden von jetzt 50.000 auf 100.000 erhöht werden sollen.

So stellte ein Teilnehmer schön artig nach dem Anderen seine Fragen zu Amerika und dem kürzlich an Obama vergebenen Friedens Nobelpreis. Nur der Amerikanische Botschafter Huntsman konnte sich erlauben eine etwas kritischere Frage nach Offenheit und Demokratie im Zusammenhang Chinesischer Firewalls zu stellen. Frostige Stille machte sich augenblicklich breit. Obama antwortete so wie man es von ihm erwartet hatte. Offenheit und Transparenz gehören ebenso zu einem Modernen Staat wie eine unzensierte Presse. Er sei schon immer ein Verfechter des freien Internets gewesen und von den Vorteilen der unzensierten Nutzung überzeugt. Auf diese Antwort hätte eigentlich eine kontroverse Diskussion entstehen können, diese blieb aber aus und führte zu einer peinlichen Stille im Saal die niemand für lange Blickkontaktwechsel zu durchbrechen wagte.

Obama versuchte durch seine offene Art Pluspunkte bei dem jungen Publikum zu sammeln. Wenn er dies geschafft hat, kann dies erst nach Jahrzehnten ihre Wirkung entfalten.

Schanghai ist einer der größten Chinesischen Städte mit einem Modernen Stadtkern der kontinuierlich weiter ausgebaut wird. Ein Wolkenkratzer ist höher als der Andere.

Das Wahrzeichen von Schanghai der “Oriental Pearl Tower” wirkt angesichts der beiden Gebäude des “Shanghai World Financial Center” und “Jin Mao Tower”  wie einem Spielzeugturm.

Das Wahrzeichen von Shanghai, Oriental Pearl Tower.

Das Wahrzeichen von Shanghai, Oriental Pearl Tower.

Die Universität von Schanghai erscheint wie aus dem Boden gestampft. Jene alten Gebäude aus dem 18 Jahrhundert wurden leider radikal abgerissen.

Shanghai_uniA_2007_1219_040104

Die Tongji-Universität am Stadtrand von Shanghai, im Vordergrund sind Bauschuttreste erkennbar. Das Campus erscheint Menschenleer angesichts der riesigen Größe des umzäunten Areals. Die Sonne bricht teilweise durch den Wolkendunst. Das Inset zeigt die alte Shanghai-Universität die im Jahre 1922 gegründet wurde.

Dafür sind riesige Gebäude auf dem bewachten Campus entstanden. Wenn man genau hinsieht kann man den Müll und den Bauschutt erkennen woraus einst die historischen Gebäude bestanden. Die Chinesen sind freundlich und stolz auf ihre Stadt aus Hochhäusern und den ersten Maglev, Made in China.

MagLev, Made in China, Developed in Germany, Copied in ....

MagLev, Made in China, Developed in Germany, Copied in ....

Gleichwohl gibt es gewaltige soziale Spannbreiten in der Bevölkerung, die sich dem ausländischen Besucher nicht immer erschließen. Wer aber genau hin schaut sieht Armut, Hunger und Trostlosigkeit. Je weiter man an die Randbezirke von Schanghai kommt, desto offenkundiger wird man mit Armut und fehlender Infrastruktur konfrontiert.


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