7 Tage vor der Stunde Null… | Alternative Europa Plattform

7 Tage vor der Stunde Null…

20. September 2009
By AJG

Der Souverän, spricht am kommenden Wochenende ein Machtwort...

Ratlosigkeit auf der ganzen Linie möchte man fast meinen wenn man den Spruch auf dem Plakat liest.  KLUG AUS DER KRIESE....."werden!!" mag der Wähler noch hinzusetzen wollen.

Ratlosigkeit auf der ganzen Linie möchte man fast meinen wenn man den Spruch auf dem Plakat liest. KLUG AUS DER KRIESE....."werden!!" mag der Wähler noch hinzusetzen wollen.

Wenn am kommenden Wochenende der Bürger zur Wahlurne schreitet werden die Parteien ein hartes Stück Arbeit hinter sich haben. Einerseits sind alle Bewerber um ein Abgeordnetenmandat angetreten, Verantwortung für unsere Politik zu übernehmen, andererseits wird für manch einen Politiker die Grenze des Vertretbaren erreicht sein.

Gerade seit dem Aufkochen der Finanzkrise im Oktober 2008 waren viele Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und den Gewerkschaften stark gefordert. Es verging wohl kaum eine Woche mit neuen Hiobsbotschaften von in Nöten geratenen Banken und Unternehmen die es galt zu Retten oder nicht. Unsere Wirtschaftsweisen und Instituten haben sich mit ihren Prognosen der letzten Jahre an den Rand der Glaubwürdigkeit manövriert. Macht nix, mag man da großzügig sagen, wir haben es ja schon vergessen. Eine Lösung hatte zwar niemand, aber jeder ereiferte sich in selbstgefälliger Art und Weite des Experten der wisse wo es lang geht und mutig voranschreite um einen virtuellen Brand zu löschen als Retter in der Not.

Hier ist zuvorderst die Koalition (CDU,CSU und die SPD)  zu nennen die gerne die Metapher des Brandes wählte um das, was dann damals folgte möglichst unauffällig um zu setzen. Wir wissen was damals folgte und staunen noch immer fassungslos wie innerhalb von 10 Tagen das 480Mrd Rettungspaket durch Bundestag und Bundesrat gepeitscht wurde. Ja man war sogar noch Stolz auf seine Schnelligkeit, die heute als überstürzte und planlose Aktion da steht.

Ja Zeit darüber nach zu denken hatte womöglich bis heute keiner. Schon damals plapperte der Eine dem Anderen die Floskeln von dem Brand den man löschen müsse nach. Niemand mache es gerne, so einige Politiker treu in die interviewenden Kameras blickend, aber wenn es brennt, was könne man da schon anderes tun?

Ausnahmslos fast niemand wollte angesichts des hohen psychologischen “Gruppenzwanges” ausscheren und womöglich aussprechen was längst Millionen von Bürgern dachten. Auch fragten sich die Bürger auf welcher Seite die Politiker die das Rettungspaket beschlossen eigentlich stünden. Angesichts das Wahlkampfes und der medienwirksamen Inszenierung von fast täglich zu gebenden Interviews fand sich nicht die Gelegenheit genauer zu analysieren.

Eine genauere Analyse erfolgte aber durch eine gewisse Zahl an Bürgern die die Zahl der Parlamentarier von heute knapp über 600 um das zigfache übersteigt. Demnach ist die Finanzkrise ein in 50-70 Jahren immer wiederkehrender Zyklus der sich auf Grund des Auseinanderklaffens von “Realwirtschaft” und “Finanzwirtschaft” ergibt. In der Phase nach einem Neustart (Währungsreform, Kriegsende, und sonstigen Instabilitäten) entwickelt sich die Wirtschaft zunehmend in allen Bereichen mit Wertschöpfung und Wohlstand. Gleichzeitig scheint sich das Geld (M1, M2, M3) von seiner eigentlichen Funktion des Tauschwertes zu verselbständigen.

Das Geld wird selbst zu einem Produkt, aber einem Produkt der Fantasie und Gier beflügeln mag.

Kuriose Finanzprodukte wie Zins, Derivate, Futures und Bonds entstehen aus dem Nichts um hier nur einige zu nennen. In dem Maße wie sich die Bindung des Geldes an Wertgegenständen aufhebt, in dem Maße werden gigantische Geldmengen generiert, die sich auch über Zins- und Zinseszins leicht berechnen lassen.

Zunächst merkt der Bürger davon nicht viel, da ja auch er Lohnzuwächse erhält aber nicht in dem Maße wie moderne Finanzprodukte und Großbanken-Syndikate dies erwirtschaften. Wichtige Organisationen wie die Gewerkschaften können diese Vermögensungleichverteilung helfen etwas zurück zu drängen. Das gelingt aber nur für etwa 30-40 Jahre.

Danach hat die Agglomeration von Vermögen eine derart starke Eigendynamik dass diese Kleingruppen oder Vermögens-Singularitäten Möglichkeiten haben politische Einflussnahme auf Parlamente und gesetzgeberische Verfahren zu erwirken. Wo dies nicht funktioniert kann es vorkommen das man moralisch verwerfliche Wege geht. Weiter verlieren nun die unteren Schichte immer mehr an Einkommen. Die Vermögenden wollen aber nicht auf Zinserträge verzichten und verlangen nach Recht und Gesetz die Zinsen von den Schuldnern und der Politik. Die Einflussnahme der Bankensyndikate ist schon derart Eigenartig und verkappt dass unsere Parlamentarier gar nicht merken das sie instrumentalisiert werden.

Man scheint nicht auf die Idee zu kommen dass die Lösung des ganzen Problems die Vermögensungleichverteilung in unserer Gesellschaft ist.  Schlimmer noch werden Märchen “vom scheuen Reh, dem Kapital” das man nicht verscheuchen dürfe und dem faulen Bürger gepflegt der nicht arbeiten wolle.

Die Hoffnung, dass durch die eingeleiteten Maßnahmen sich alles beruhigen würde und stabile Zustände einkehren mögen, existiert dieser Tage leider nur in den Köpfen der Regierenden. Ich wünsche mir dieser Tage das nicht die Kanzlerin, sondern dass der Bürger am 27.9.2009 ein gewaltiges Machtwort spricht.

Möge in Zukunft nicht derjenige Parlamentarier Stimmen gewinnen der am geschicktesten Auftritte, Interviews und Talkshows ab leistet, sondern Menschen und Bürger mit Sachverstand und wirklicher Kreativität.


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