Schavan (CDU) flickt an marodem Bildungssystem weiter herum…. | Alternative Europa Plattform

Schavan (CDU) flickt an marodem Bildungssystem weiter herum….

17. August 2009
By AJG

Anette Schavan möchte ein durch die Industrie finanziertes Stipendiumsystem installieren und hofft gleichzeitig auf Pluspunkte bei der Bundestagswahl.

freilich das unsere Studentenzahlen im Internationalem Vergleich mittlerweile völlig abgehängt ist, steht außer Zweifel. Warum gerade jetzt vor der Bundestagswahl diese verfehlte Bildungspolitik der vergangenen Jahre, durch ein lächerliches Mini- Stipendiumsystem gerettet werden soll, ist fraglich.

Jedem wirtschaftlich einigermaßen kompetenten Bürger muss klar sein dass dieses Programm genauso auf dem heißen Stein verpuffen wird wie es die Studiengebühren (eine art Sonderzwangsabgabe von etwa 1200Euro pro Jahr) und die Einführung des Bachelor- und Masterstudienganges bis Ende 2009 war. Siehe hierzu auch auf den NachdenSeiten.

Der Ruf des Deutschen Bildungssystems ist mittlerweile ruiniert weil immer mehr “Möchtegern-Betriebswirte” in politischer Verantwortung glaubten dass Bildung und Hochschule ähnlich wie in den USA als wirtschaftlich operierendes Unternehmen behandelt werden sollte.

Schon Alexander von Humboldt wußte das eine finanziell abhängige Forschung niemals dieselbe Innovationskraft und Erfindergeist wird entfalten können wie diejenige einer unabhängig finanzierten Forschung und Hochschullandschaft. Leider sind diese Erfolgsmodelle aus dem frühen 19 Jahrhundert in Vergessenheit geraten. Längst lenken die neu geschaffenen Hochschulaufsichtsräte mit Industriellen und Großkapitalgeber die Richtung der heutigen Forschung.

Manche Studien und Forschungsaufträge durch Drittmittel finanziert ergeben schon mal andere Ergebnisse als unabhängig durchgeführte Studien. Im Gesundheitswesen kann dies fatale Folgen haben.

Schavan und andere Politiker wie der Regierungschef Peter Müller (CDU), die immer wieder gebetsmühlenartig zur Problematik der Studiengebühr befragt wurden, haben immer wieder die Sozialverträglichkeit der Studiengebühr hervor gehoben, da diese ja Zinslos seien und nicht zurück gezahlt werden müssten. Eigentliche purer Zynismus und Provokation an den kleinen Bürger.

Man verschweigt dabei aber das die jungen Menschen meist ohne einen Pfennig in der Tasche sind, und die zusätzlichen Kosten meist durch die Elternhäuser getragen werden.

Ein Griff in die Tasche von Familien ist wohl eher die richtige Bezeichnung für das Studiengebührendesaster, dessen Korrektur um so dringlicher erscheint nachdem das 480Mrd. Euro Rettungspaket an herunter gewirtschaftete vor dem Bankrott stehende Banken gezahlt wurde. Hierzu schweigt beflissentlich der Regierungschef Peter Müller (CDU.

Die verfehlte Politik von Schavan und ihren Vorgängern liegt in der falschen Vorstellung dass eine leistungsfähige und Zukunft trächtige Bildungs- und Hochschullandschaft wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt werden könnte.  Das ist das Kernproblem weshalb auch dieser Vorschlag eines Industrie finanzierten Stipendiensystems scheitern wird.

Bildung und Forschung wird immer eine staatliche Aufgabe bleiben, will eine Volkswirtschaft Technologieführer sein oder seinen Kindern eine Perspektive für die Zukunft geben.

Wir brauchen eine Rettungspaket-Notbremse für Unternehmen und Banken und im Gegenzug eine garantierte Bildungs- und Hochschulförderung die jedem Bürger entsprechend seinen Fähigkeiten eine ihm entsprechende Bildung und Hochschulausbildung sichert.

Finanziert wird dies aus Staatlichen Bürgschaften, deren Töpfe vermehrt aus der sich immer schneller drehenden Gewinnuhr des BIP finanzieren wird. Die Deutsche Gewinnuhr läuft nämlich wieder allen Vermutungen schneller als unsere Schuldenuhr.

Die Verteilung der Mehrwertschöpfung ist aus dem Gleichgewicht gekommen und führt in immer schnelleren Tempo zu einer destabilisierenden Vermögensungleichverteilung. Auch diese Prozesse gehörten von Anette Schavan berücksichtigt, auch weil sie in naiver Art und Weise 40% des Geldes von Unternehmen einwerben möchte.

Lediglich 3% der Studierenden würden von diesem Programm profitieren. Eigentlich zu Wenig und zu kurzsichtig gedacht.


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