Rentenhausen
Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung von Rainer Innreiter zur Verfügung gestellt. Danke.
“In Zeiten wie diesen” muss endlich einmal Klartext gesprochen werden: Wir können uns die Rentner einfach nicht mehr leisten! So, jetzt ist es ausgesprochen. Punkt.
Jene, die es sich heute noch leisten können zu arbeiten, müssen damit rechnen, dass ihre Pflichtbeiträge, nun ja, andersweitig veranlagt wurden. Deshalb der vernünftige Vorschlag eines Politikers: Die Jungen müssen dagegen damit rechnen, immer weniger Rente zu bekommen, sollen sich deshalb vermehrt privat absichern.
Und das sollte ja wirklich kein Problem sein, auch, wenn den Großteil des Gehalts inzwischen der Staat kassiert, um etwa hungerleidende Banken zu unterstützen oder blühende Landschaften im Osten zu erschaffen. Du meine Güte: Dann nehmt gefälligst einen zweiten und dritten Job an! Was macht ihr denn am Wochenende? Oder nach Dienstschluss? Faulenzen! Mit dieser Asozialität muss Schluss sein!
Deshalb gilt ab jetzt: Doppelt hält besser! Neben der staatlichen Rentenabgabe müssen Arbeitnehmer eben eine private Rentenversicherung abschließen. Wo ist das Problem? Selbst wenn die staatliche Rente mickriger ausfallen sollte als erwartet, verbleibt dann noch die private Vorsorge. Unter Umständen halt, denn wer weiß schon, was in ein paar Jahrzehnten ist?
Aber man muss ohnehin attestieren, dass die Ansprüche der Arbeitnehmer hoffnungslos überzogen sind. Im Sinne globaler Gerechtigkeit müssen wir alle Opfer bringen! Also zumindest jene, die keine starke Lobby oder den Staat hinter sich wissen. Da gibr es doch tatsächlich Supermarktkassiererinnen, KFZ-Mechaniker oder Buchhalter, die ganz alleine in einer eigenen Wohnung leben. Was für eine empörende Erniedigung für Obdachlose in aller Welt! In Zeiten wie diesen müssen wir zusammenrücken und solidarisch zu teilen lernen.
Dies gilt auch für Rentner. Sehen die nicht selber ein, wie sie unser System schröpfen? Statt mit Erreichen des Rentenalters das wohlverdiente Ableben anzutreten, belasten diese Leute die staatlichen Geldtöpfe, die nun wirklich nicht dafür gefüllt wurden, um sie dem versprochenen Verwendungszweck zuzuführen. Liebe Rentner: Denkt ihr, das Demokratisieren unseres Nachbarlandes Afghanistan ist eine billige Angelegenheit? Habt ihr keine Kinder oder Enkelkinder, denen ihr auf der Tasche liegen könnt?
Und überhaupt: Welche Ansprüche ans Leben stellt ihr denn ganz unverhohlen zur Schau? Täglich was Warmes futtern wollen, Medikamente bei Krankheit, geheizte Zimmer im Winter … schämt ihr euch nicht? Jene Generation vor euch hat in Russland ohne zu murren Hunger gelitten – die würden in ihren Gräbern rotieren, wenn sie denn welche bekommen hätten!
Solidarität darf keine hohle Phrase bleiben, sondern muss aktiv gelebt werden. Also geht mit gutem Beispiel voran, verschenkt euren teures Hundefutter fressenden Fifi ans Chinarestaurant um die Ecke und zieht an seiner Stelle statt ins Tierheim. Wenn euch kalt ist, zieht euch ein Eisbärfell an. Mit ein bisschen Glück werden ihr von einem deutschen Minister adoptiert.
Der Beitrag ist im original hier zu finden.
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