Patienten und Ärzte in Not | Alternative Europa Plattform

Patienten und Ärzte in Not

26. Juni 2009
By Klaus

Dieses Thema ist sicher für viele nicht neu, aber meinem Unmut möchte ich nun doch hier Luft machen.

Gerade bin ich von einem Besuch beim Facharzt nach Hause gekommen. Was man dort erlebt ist für ein hoch entwickeltes, reiches Land mehr als nur eine Schande.

Patienten, die um einen Termin nachfragen, müssen wegen Überschreitung des zur Verfügung stehenden Etats auf das nächste Quartal verwiesen werden. Genauso erging es einem Patienten, der nur ein Rezept brauchte und verständnislos reagierte, als auch er auf das neue Quartal verwiesen werden mußte.

Auch ich bin von den Machenschaften der Politik betroffen. Die vom Arzt als einzige sinnvolle Vorgehensweise bei meiner Erkrankung notwendigen Behandlung, darf nach Gesetzeslage von den Krankenkassen nicht erstattet werden.

Die in diesem Fall möglichen erstattungsfähigen Behandlungen verursachen wesentlich höhere Kosten und können keine dauerhafte Besserung der Erkrankung erbringen.

Hier wird eindeutig Schindluder mit den Geldern und der Gesundheit der Beitragszahler getrieben.

Wozu bitte zahlen wir eigentlich Krankenkassenbeiträge ?

Patienten, lasst euch nicht gegen die Ärzteschaft aufhetzen, die ist mit der momentanen Situation genauso betroffen wie Du und ich.

Die Schuld liegt bei unseren Politikern, die nicht eure Gesundheit im Auge haben. Die von ihnen eingebrachten Gesetze sind es, die das Umfeld des Gesundheitswesens bestimmen. Von Mitsprache der Ärzte und Patienten keine Spur !

Geht bitte wählen, aber erinnert euch daran, wer die entsprechenden Gesetze eingebracht hat und wer sie mit seiner Stimme verabschiedet hat. Diese Parteien, allen voran die SPD und CDU/CSU sind für mich nicht wählbar.

Nur einige wenige Parteien sprechen sich offen gegen diese Krankheitsmafia aus. Mit der Alternativen Europa Plattform wollen wir Kräfte bilden und vereinen, die sich diesem Wahnsinn entgegenstellen.

Mach mit und unterstütze unsere Vorhaben, damit hilfst Du nicht nur unzähligen Kranken und den Ärzten, sondern auch Dir selber.


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3 Responses to Patienten und Ärzte in Not

  1. Josef on 26. Juni 2009 at 13:42

    Leider kann ich diese Erfahrung als Patient nur teilen. Auch ich wurde um zwei Wochen in das nächste Quartal vertröstet und landete später mit einer NotOP im Krankenhaus, einer Diagnose die um zwei Wochen verschleppt wurde. Zum Glück habe ich überlebt. Als “normalsterblicher” Kassenpatient wird die Gesundheitsversorgung sich zunehmend verschlechtern wenn wir nicht endlich Reformen durchführen. Während die mehr oder weniger in Beamtenstrukturen organisierten Kassen in bürokratischen Sumpf allmählich versinken, etabliert sich immer mehr das Zweiklassensystem im Gesundheitswesen wie es unsere Nachbarn in England schon seit Jahren haben. Die 10 Euro Praxisgebühren pro Quartal die kürzlich von unserer Gesundheitsministerin als angemessen und sozialverträglich bezeichnet wurde ist da nur ein Beispiel von gesetzgeberischer Undurchdachtheit und Naivität der vergangenen Jahre zu sehen.
    Meiner Meinung wäre ein verstaatlichtes Gesundheitssystem a la Schweden die richtige Antwort, dann aber ohne Kassensachbearbeiter, Vorstandsgehälter und Kassenpalästen, lediglich gesteuert durch ein intelligentes Java-Applet durch die Arztpraxen. Die 30-40% Verwaltungskosten der Kassen kämen dann auch wieder dem Beitragszahler für seine Gesundheit zu Gute.

    • Regina on 27. Juni 2009 at 03:24

      @Josef: Das ist doch genau der Trick, den sich irgendein krankes Beamtenhirn ausgedacht hat: Mit der Budgetierung sollte die *Selbstbedienung* der Ärzte eingedämmt werden; bei Notfällen werden die Kosten selbstverständlich auf jeden Fall übernommen. Das ist geistiger Durchfall, genau wie der von Klaus geschilderte Fall, dass wirkungsvolle Behandlungen nicht bezahlt werden, wenn sic nicht in irgendeinem obskuren Katalog auftauchen.
      Die 2-klassen-Medizin haben wir schon länger.
      Ob das Schweden-Modell bei uns funktioniern würde, müsste erst einmal untersucht werden. Vergiss bitte nicht, WIR sind die Weltmeister im Geldversenken in Verwaltungen!!
      Im AEP-Forum haben wir dieses Thema bereits andiskutiert und werden das dort und/oder im Wiki im Rahmen der Programm-Diskussion vertiefen.
      Dazu bist Du, wie jeder andere auch – herzlich eingeladen.

    • Jutta on 11. Juli 2009 at 23:33

      Du hast schlimme Erfahrungen mit dem deutschen Gesundheitsunwesen gemacht.
      Das ist nicht tolerierbar u. verständlich. Aber….. im DRINGENDEN Fall muss ein Mediziner, der an der vertragsärztlichen Versorgung teilnimmt, behandeln, Quartalsende u. erschöptes Budget hin oder her. Die Ablehnung der Therapie aus wirtschaftlichen Überlegungen wäre nämlich ein Verstoss gegen das Kassenarztrecht. Wer beim Arzt deutlich macht, dass es dringend ist, der wird auch am Quartalsende noch umgehend behandelt werden–wurscht, ob er Kassen-oder Privatpatient ist.
      Man muss sich halt auch(wenigstens) ein bisschen über seine Rechte als Patient informieren.
      Das Gesundheitswesen in Schweden ist staatlich organisiert u. liegt überwiegend in der Hand der Landtage der Provinzen (ich glaub, so heissen die).D.h.,es gibt mehrere Gesundheitsbereiche in den einzelen.

      Jeder Einwohner Schwedens ist im staatlichen Gesundheitssystem. Egal ob Zahler oder nicht. Es gibt also keine Tausend GKV’s wie völlig “krank” bei uns.Man registriert sich bei der staatlichen Kasse.
      In Schweden ist das Gesundheitswesen steuerfinanziert.

      Also werden alle Leistungen für JEDEN aus einem grossn Pott bezahlt, egal wieviel oder wie wenig jeder in diesen Pott je eingezahlt hat.

      Aber auch die Schweden kochen mit Wasser, denn es gibt eine Zuzahlung bei jedem einzelnen Arztbesuch oder Arzneimittelkauf.
      Im Krankenhaus wird eine Patientengebühr von 80 SEK verlangt. Für einen Arztbesuch in einem Gesundheitszentrum zahlt der alte und der junge Schwede zwischen 100 und 150 SEK Gebühr, der Facharzt kostet wesentlich mehr.

      Die Patientengebühren u. die Zuzahlung für Medikamente allerdings begrenzt. Meines Wissens sind diese Zuzahlungen aber erheblich.
      Angeblich sind die Wartezeiten auch im Krankenhaus(hier für alle!) erheblich höher als in diesem unseren Land.
      Die Schweden meinen, es wäre prima, sich erst mal selber zu behandeln. Dazu gibts angebl. Tipps, was man sich aus der Apotheke holen soll (auf eigene Kosten). Erst wenn es nach tagen keine Besserung gibt, hat man wohl die Chance, zum Arzt zu “dürfen”.
      Aber es gibt kompetente tel. Beratung…auch nicht übel!

      Jetzt kommen die Zähne noch dran:
      Alles was mit Zähnen zu tun hat, wie Gesunderhaltung u. Behandlung ist vom staatlichen System ausgenommen. Hier gibts Eigenverantwortung zu 100% (Kinder ausgenommen).

      Ich rede das deutsche Gesundheitssystem nicht schön, es gibt Missstände ohne Ende u. es fast nicht mehr bezahlbar. Dass wir kurz vor dem Kollaps dieses Systems stehen,
      haben ALLE Beteiligten zu verantworten, nicht nur die bösen Ärzte.
      Suchen wir uns nach Möglichkeit(!) die besten aus, wenn’s geht. Es gibt sie!
      In Deutschland u. in Schweden!

      Jutta

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