Rettung nach Europawahl nicht mehr zuträglich, Arcandor geht leer aus, …..
oder politisch nicht mehr vertretbar?
Die Europawahl ist vorbei und wieder werden die Parlamentarier vom Tagesgeschäft eingeholt. Arcandor der Warenhauskonzern hatte einen Notkredit von „schlappen” 437 Millionen Euro bei der Bundesregierung beantragt. Am kommenden Freitag läuft ein 650-Millionen-Euro-Kredit aus. Somit würde Arcandor zahlungsunfähig und müsse Insolvenz anmelden.
Die Politik blickt zunächst auf das Management von Arcandor dem gemeinsamen Dach dreier starker Säulen ( Thomas Cook, Primondo und Karstadt) das mit dem Kaufhausgechäft jahrelang moderne Entwicklungen verschlafen habe und sich nun womöglich auf Kosten des Steuerzahlers sanieren lassen wolle. Längst wurde bekannt dass Arcandor in einigen Bereichen wirtschaftlich gesund sei und hier die Gewinnmargen auch mal zu Gunsten anderer Geschäftszweige herunter fahren könne.

Kaufhaustreiben im Jannuar 2009
Möglicherweise ist man jetzt nach der EU-Wahl geläutert und sieht ein das es ein Riesen Fehler war mit Milliarden von Steuergeldern privatwirtschaftliche Unternehmen wie Banken oder andere Wirtschaftszweige stützen zu wollen. Es sei keine Frage der unterlassenen Hilfe sondern ganz einfach und schlicht eine moralische und Ethische Frage gegenüber armen Bürgern die mit ihrem mehrfach besteuertem Einkommen kaum über die Runden kommen.
Die Frage nach Moral und Ethik haben sich die verantwortlichen Politiker im Oktober 2008 nicht gestellt und wohl überstürzt, planlos und unverantwortlich gehandelt als sie diesem Rettungspaket zustimmten. Warum kam niemand unserer Volksvertreter auf die Idee die Milliarden von Summen direkt an das Volk aus zu zahlen? Der Mehrheit der Wähler musste als Zuschauer mit ansehen wie seine eigens gewählten Volksvertreter entgegen ihren eigenen Interessen Milliarden Beträge einer kleinen Klientel zu schob die als Unternehmer eigentlich das Risiko tragen sollten. Wo bleiben die Rettungsschirme für die Beschäftigten und Bürger?
Unsere Wirtschaftsexperten noch vor Monaten allmonatlich in der Presse gefeiert und mit Preisen ausgezeichnet sind dieser Tage still geworden. Wenn man hier und da einige Interviews über Inflation, Zins und Zinseszins liest, möchte man angesichts der Naivität und Widersprüche nicht mehr hin hören. Selbst ausgewiesene Fachleute und Experten haben genau gegensätzliche Meinungen darüber ob eine Inflation oder Deflation im Anmarsch ist. Damit dürfte klar sein, nämlich dass zur Zeit niemand weiß wo genau die Reise hin geht. Längst unterhalten sich Facharbeiter und einfache Bürger über Leitzins, Fazilitätzins und Sinn oder Zweck von Zentralbanken und kommen damit näher an des Übels Kern als sonst welche Experten.
Mit der Zurückhaltung bei der Vergabe des beantragten Notkredites für Arcandor hat die Politik zumindest dokumentiert das sie aus den Protesten der Bürger eines gelernt hat, nämlich das man sich nicht für Dumm verkaufen läßt. Man kann aber vermuten das unsere Volksvertreter mindestens genauso Ahnungslos im Meer der undurchsichtigen Finanzprodukte umher schwimmen wie dies derweil alle Finanz-, Wirtschafts- und Sonstigen Experten notgedrungen tun.
Interessante Ansätze zur Finanzkrise verfolgen die Theorie einer Inflationsblase angetrieben durch das Zins und Zinseszins System welches seit Jahrhunderten immer wieder zu gewaltigen Instabilitäten führt. Einher gehen diese Prozesse mit einer mehr und mehr beschleunigende Vermögensungleichverteilung und der damit möglich werdenden Machtausübung einzelner Personen und Syndikate. Wenn hier nicht möglichst schnell kreative Lösungen gefunden werden, kann auch das neue Europa diese anrollende gesellschaftliche Krise nicht mehr meistern.
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